Gerhard Berger
Gerhard Berger in seinem Büro
„Ich habe Monte Carlo lieben gelernt“
Die steuerlichen Vorteile waren der Grund dafür, dass der ehemalige Formel 1 Fahrer Gerhard Berger 1987 nach Monte Carlo übersiedelte. Mittlerweile bezeichnete er die Stadt als sein Zuhause.
„Ich habe mein ganzes Leben auf Monte Carlo ausgerichtet. Es ist zwar nicht alles Gold was glänzt, aber es gibt sehr viele Vorteile“, sagt der gebürtige Wörgler. Sein Büro hat er im neuen Stadtteil Monaco-Vieille. Im zehnten Stock eines modernen Bürogebäudes, in Nachbarschaft mit weltweit agierenden Firmen und seinem Ex-Rennfahrkollegen Keke Rosberg. An der Eingangstür schlicht und einfach die Tafel „Gerhard Berger“. Nichts weißt darauf hin, womit das Geld verdient wird. „Es liegt in meinem Naturell in 100.000 Geschäfteln involviert zu sein und ich habe das Glück mit dem einen und anderen auch etwas Geld zu verdienen“, erklärt er schmunzelnd.
Dazu gehört in erster Linie die Berger-Beteiligungs GesmbH. „Das neu zusammen gestellte Team hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Die Firma steht wieder bestens da“, beteuert er. Mit dem Torro Rosso Team ist Gerhard Berger auch wieder aktiv ins Renngeschehen involviert. Bei fast allen Rennen ist er dabei und auch sonst verbringt er viel Zeit geschäftlich im Ausland. Seinen Wohnsitz in Österreich hat er mittlerweile aufgelassen. Es lohnt sich nicht mehr. Vor allem das ganzjährige, milde Klima an der Cote d’Azzure hat er zu schätzen gelernt. „An einem wunderschönen Sonnentag Skifahren zu gehen ist ein Traum. Ansonsten jedoch ist das Klima in Tirol rau“, meint er.
Gerhard Berger ist ein absoluter Familienmensch. Wann immer es geht verbringt er seine Zeit mit den beiden Töchtern Heidi und Sarah-Maria. Auch seine 26-jährige Tochter Christina aus einer früheren Beziehung, sie studiert in Innsbruck, hat engen Kontakt zu ihrem Vater, besucht die Familie in Monte Carlo. Die Kinder absolvieren eine internationale Schule und wachsen viersprachig auf. In ihrem Umfeld prallen jede Menge verschiedener Nationen aufeinander. „Mit mir sprechen sie deutsch, mit meiner Frau Ana portugiesisch, in der Schule englisch und französisch und mit den Schulkollegen und Freunden kommen noch ein paar andere Sprachen dazu“, erklärt Gerhard, der an einem typischen Arbeitstag in der Früh seine Töchter zur Schule bringt, dann auf einen Cappuccino geht, und um neun im Büro ist. Mittags läuft er mit einigen Freunden eine Runde um fit zu bleiben, dann Mittagessen und anschließend bis etwa 17.30 Uhr im Büro. Die Abende verbringt er vorwiegend mit der Familie. „Da bestimmen dann meist meine Mädels was getan wird.“ Zehn und elf Jahre sind diese alt und Gerhard freut sich besonders darüber, dass sie das Skifahren genauso lieben wie er.
In die Ledercoach seines Büros gelümmelt erklärt Gerhard lächelnd, dass er sich auf die nun kommende Zeit in Monte Carlo besonders freut. Der Luna Park, dann der Weihnachtsmarkt und vieles mehr. „Wenn man will, dann kann man sich jedes Wochenende einer Veranstaltung hingeben.“ Monaco ist ein Gemisch von internationalen Geschäftsleuten und Welten. „Tirol hat ganz andere Werte: die vier Jahreszeiten, die Natur.“
Wofür er mittlerweile kein Verständnis mehr aufbringt, dass ist das politische Geschehen hierzulande und wohl auf der ganzen Welt. „In der Monarchie gibt es einen der sagt wo es lang geht und die anderen ordnen sich unter. In Monaco ist das ideal“, schwärmt Gerhard geradezu. Denn kein Verständnis bringt er dafür auf, dass beispielsweise für den Wahlkampf Millionen von Euro ausgegeben werden. „Und wenn ich denke, dass jeder Bürger das selbst bezahlen muss. Das ist ja ein Wahnsinn.“
Um einen unternehmerischen Erfolg einfahren zu können sieht es Gerhard Berger als unumgänglich eine Vision zu haben. „Man muss feststellen, wozu jemand geeignet ist. Vor allem aber muss man Spaß an dem haben was man macht“, weiß er aus Erfahrung. Es gibt seines Erachtens das Naturell des Unternehmers. Genauso schätzt er aber jene Leute, die sich sozial einsetzen und dabei ihre Freude haben. „Bei allem was man mit Freude macht kommt der Erfolg von selbst.“ Seines Erachtens sind es nicht ausschließlich die materiellen Werte, die dem Leben das Besondere verleihen.
Gerhard wohnt im neuen Teil von Monaco
