Generalmajor Dieter Heidecker
Geld fürs Studium beim Bundesheer verdient
Kufsteiner ist stellvertretender Kommandant aller Streitkräfte
Sich zumindest für ein Jahr freiwillig beim Bundesheer zu verpflichten gehört bei der Familie Heidecker aus Kufstein zur Familientradition. Bei Dieter Heidecker wurden daraus etliche Jahre mehr und mit Umsetzung der Bundesheerreform wurde er zum stellvertretenden Kommandanten aller Streitkräfte ernannt.
Seinen Arbeitsplatz hat Dieter Heidecker in Salzburg in der Schwarzenberg Kaserne. Nach der Matura, die er im Gymnasium Kufstein abgelegt hat, ist er beim Jägerbataillon 21 eingerückt. Danach hat Heidecker Rechtswissenschaften studiert. Seine Finanzen besserte er sich durch Waffenübungen beim Bundesheer auf. „Die Urlaubsplanung der Unteroffiziere hat sich nach meinen Semesterferien gerichtet“, erinnert er sich schmunzelnd. Dieser ständige Kontakt mit dem Bundesheer und die gute Kameradschaft weckten in ihm die Idee, dass er seine berufliche Karriere beim Heer aufbauen könnte. Von 1976 bis 1979 absolvierte er daher die Militärakademie in Wr. Neustadt und musterte als Offizier der Jägerkompanie aus und durchlief anschließend alle Stationen dieser Kompanie. 1985 folgte der Generalsstabskurs und Heidecker wurde Taktiklehrer an der Militärakademie. „Dabei geht es darum, wie man die militärischen Mittel effizient einsetzt“, erklärt der Kufsteiner.
Jungen Leuten die zum Bundesheer müssen gibt Heidecker den Tipp den Grundwehrdienst nicht aufzuschieben und sich offenen Auges alle Möglichkeiten anschauen, die das Heer vor allem heute bietet. Denn Tatsache ist noch immer, dass der Großteil der Wehrpflichtigen am liebsten einen Posten haben würde, der keine hohen körperlichen Anforderungen stellt. „Nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen sondern sich einen möglichst interessanten Verband aussuchen. Auch wenn dieser nicht unbedingt in der Nähe der Mutter ist.“ Nach diesem Motto hat Heidecker auch für sich selbst immer gehandelt. So absolvierte er etwa für zwei Jahre den französischen Generalstabskurs in Paris und war dabei auch in Truppenverwendung bei den Fallschirmjägern der Marineinfanterie. „Das ist jene Einheit, die man in Amerika die Marines nennt. Also die härteste aller Truppen.“ Dabei hat er auch den französischen Dschungel Ausbildungskurs absolviert, sich also auf die Stufe der Fremdenlegionäre begeben. Nach seiner Rückkehr wurde er Stabschef der vierten Panzergrenadierbrigade in Linz. Als erster österreichischer Militärattache bei der Militärmission der westeuropäischen Union, die 1998 in die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) integriert wurde, verbrachte Dieter Heidecker zwei Jahre in Brüssel. Danach folgte ein Jahr als Verteidigungsattache in Paris für die Länder Frankreich, Marokko und Tunesien. Frankreichs Botschafter Pierre Viaux hat am 8. Juli 2005 den Brigadegeneral und stellvertretenden Generalkommandanten der österreichischen Bodenstreitkräfte, Dieter Heidecker, mit dem Grad eines „Kommandeurs des Ordre National du Mérite“ ausgezeichnet. Wie der Botschafter betonte, hob sich der General besonders durch seine Bemühungen um die Verbesserung der bilateralen Beziehungen hervor. Zudem sei er ein exzellenten Repräsentant seines Landes".
Mit der Heeresreform wurden alle Streitkräfte, dazu zählen die Jägerbrigaden, das Jagdkommando, aber auch die neun Militärkommanden in den Bundesländern und die Auslandskontingente zu einer Einheit zusammen geführt. Kommandant dieser Einheit ist Generalleutnant Günter Höfler, er wirkt von Graz aus. Sein Stellvertreter Dieter Heidecker wird auch weiterhin in Salzburg stationiert sein.
Mit seiner Gattin Alexandra führt Heidecker eine Wochenend-Ehe in Kufstein, wo auch seine Mutter Luise lebt. „Kufstein ist für mich die Drehscheibe“, sagt er. Neben Abenteuerurlauben, das Standliegen ist so gar nicht seine Sache, zählt auch die Geschichte, und dabei vor allem die politische Geschichte zu seinem Steckenpferd. Von den 34 Jahren beim Bundesheer hat Heidecker zehn im Ausland verbracht, bei denen seine Gattin teilweise mit ihm übersiedelt ist. „Es ist ein harter und sportlich aufgebauter Dienst den ich absolviert habe. Aber der menschliche Umgang miteinander war immer toll.“ Den jungen Burschen empfiehlt er, nicht nach den Erzählungen der Väter zu gehen, sondern dem Bundesheer zumindest mit einer Chance als möglicher Arbeitsgeber entgegen zu treten.
