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LR Elisabeth Zanon

Walter Oberlechner - Für Fußballfans

Ö3-Mann Meinhard Müllmann

Das Sprachrohr der notleidenden Menschen

Auf Ö3 läuft derzeit die Intensivphase von „Licht ins Dunkel“. Eine entscheidende Rolle in dieser österreichweiten Spendenaktion spielt der Außervillgrater Meinhard Mühlmann.

Es liegen Welten zwischen Meinhards ersten Berufswunsch, in dem er sich als Architekt gesehen hat, und seiner jetzigen Tätigkeit als Journalist. Im Laufe des Studiums hatte sich jedoch gezeigt, dass bei diesem Beruf auch die bauliche Ausführung mitspielt. Meinhard hatte jedoch viel mehr der Aspekt des Designs zur Architektur getrieben. Nach drei Jahren brach er deshalb zu neuen Ufern auf. An Medien war er schon immer interessiert gewesen und er hatte daher die Vision einen Blick hinter all die Probleme, vor allem im sozialen Bereich zu werfen. 1997 übersiedelte er aus diesem Grund nach Wien Nach einigen Bewerbungen hat sich ihm die Möglichkeit geboten als Journalist bei Ö3 zu arbeiten. Sehr bald hat sich in den intensiven Jahren im Einsatz als Reporter zu allen nur denkbaren tagesaktuellen Themen aber auch ein starker Bezug zu sozialen Themen heraus kristallisiert. Derzeit ist Meinhard Mühlmann für das Ressort „Soziales“ bei Ö3 zuständig. Prinzipiell gestaltet er aber Beiträge zu allen denkbaren Lebensbereichen und Themen. Zahlreiche Reportagen hat er etwa über den schwierigen Alltag vom Menschen gestaltet, mit dem Zweck, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Armut, Krankheit etc. spürbar zu machen, bei den Hörern Verständnis zu erwecken und sie zum Mitfühlen zu bewegen. Meinhard ist vor allem auch für die redaktionelle Betreuung und Gestaltung der Beiträge für die Aktion „Ö3 für Licht ins Dunkel-Projekte“ zuständig. Mit seinem Team wählt der das jeweilige Projekt aus, welches unterstützt werden soll. „Heuer ist es ein Soforthilfefond für Kinder in Not“, erklärt der Außervillgrater, der diesbezüglich in ganz Österreich unterwegs ist um mit den Betroffenen zu reden und so das Schicksal der Leute den Hörern möglichst nah bringen zu können. „Es ist erstaunlich, wie stark die Leute in schwierigsten Situationen sind“, weiß Meinhard mittlerweile.
Die Not macht jedoch an den Grenzen nicht halt und so thematisierte Meinhard ebenso die „Kinder nach dem Irak-Krieg“ und animierte die Ö3-Gemeinde zur Hilfe in Darfur. Auf Ö3 ist eine punktgenaue Information für eine breite Hörerschaft notwendig. Seit Dezember 2004 arbeitet Meinhard fallweise auch für die Ö1-Redaktion „Moment – Leben heute“. Dort bietet sich die Möglichkeit einer umfassenden Variante jener kurzen Ö3-Infos für ein speziell interessiertes Publikum. Für seine möglichst sinnvoll richtigen Darstellungen von dem was man sich hart erarbeitet hat, wurde Meinhard Mühlmann schon mehrmals ausgezeichnet. Im Oktober 2004 erhielt er den Anerkennungspreis des Österreichischen Hilfswerkes, im November 2004 „medicus 2004“ – Ärzte ohne Grenzen, im November 2005 – 2. Preis – JournalistInnen des Hilfswerks und ebenso eine Nominierung für den „Leopold Ungar-Preis“ der Caritas.
Aufgewachsen ist Meinhard Mühlmann auf dem Bauernhoff „Oberbruggen“ auf 1430 Meter Seehöhe in Außervillgraten. Seine Eltern Rosa und Josef haben den Hof bereits an Meinhards Bruder Josef übergeben, der diesen im Vollerwerb betreibt. „Im Sommer bin ich immer 14 Tage beim Heuen und anderen Arbeiten am Hof. Das gehört für mich einfach daz“, sagt Meinhard. Seine Schwester Cornelia Ortner –Mühlmann ist in Heinfels verheiratet und arbeitet beim Tourismusverband Hochpustertal. Die zweite Schwester Lydia Huber ist in Tessenberg verheiratet und Diplomkrankenschwester in der Ordination von Dr. Hofer in Sillian. Die jüngste der drei Mädels, Roswitha, lebt in Innsbruck und arbeitet als biomedizinische Analytikerin an der Uni-Klinik.
Meinhard wurde am 14. Februar 1972 geboren. Nach der Volksschule in Außervillgraten ging die Ausbildung im humanistischen Gymnasium der Franziskaner in Hall weiter. Denn das tägliche Pendeln ins Gymnasium nach Lienz war damals noch recht mühsam. „Ich kann mich noch gut erinnern, als meine Eltern mich erstmals nach Hall gefahren hatten. Heimweh hatte ich nie, obwohl ich immer gerne heimgefahren bin. Das war aber nur ein paar Mal im Jahr möglich. In unserer Klasse waren wir jedoch vier oder fünf Osttiroler“, erinnert sich Meinhard. Den Bundesheerdienst absolviert er anschließend in Spittal an der Drau.
Während seiner Studienzeit in Innsbruck arbeitete Meinhard bei der „Villgrater Kulturwiese“ mit. Das stellte für ihn einen besonderen Heimatbezug dar. „Drei Sommer lang habe ich mit großer Freude bei der Kulturwiese mitgearbeitet. Es war eine schöne und interessante, aber phasenweise auch schwierige Erfahrung, da nicht alle im Tal diesen Weg der Auseinandersetzung mit dem dörflichen Leben und seinen Abläufen mitgehen wollten. An diesem Widerstand ist das Projekt letztendlich auch gescheitert.“
Sein privates Glück hat Meinhard Mühlmann mit seiner Lebensgefährtin Lea Schwaiger gefunden. Sie stammt aus Sillian, ist ausgebildete Volksschullehrerin, ist ihrer Liebe wegen nach Wien gezogen und ist nun ebenfalls bei Ö3 tätig und zwar im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gekannt haben sich die beiden schon lange. Gefunkt hat es dann jedoch beim Ausgehen in Osttirol. Das Thurntaler Ski-opening am 8. Dezember ist für beide ein Pflichttermin. Und zu Weihnachten werden auf jeden Fall zwei Wochen daheim verbracht. Obwohl sie alle zwei bis drei Monate nach Osttirol fahren, haben sich Meinhard und Lea in Wien sehr gut eingelebt. „Das städtische Leben hat was für sich. Es gibt in Wien viele Naherholungsgebiete und viel Grün“, sagt Meinhard.
Sein Leben verläuft gut, aufregend und intensiv. „Es hätte kaum besser kommen können“, meint er. Was weiter kommen wird, darüber macht sich Meinhard nicht großartig Gedanken. „Ich bin froh darüber, wenn ich mich wohl fühlen kann in der Situation, in der ich bin.“ Es gehört eine Portion Glück dazu, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. „Wenn man dann die Chance kriegt, dann heißt es beharrlich sein“, weiß der Außervillgrater, dessen Job zu keiner Tageszeit aufhört und auch nicht im Urlaub.