Saat der Zerstörung
Genmanipulation ist eine neue Form der Abhängigkeit. Bisher habe ich immer gemeint, die Genmanipulation habe ausschließlich damit zu tun, ob Lebensmittel für uns gesund sind oder nicht. Die Tatsachen sehen aber ganz anders aus. Die gentechnische Veränderung von Lebensmitteln führt vielmehr dazu, dass wir in Abhängigkeiten geraten. Argentinien war sozusagen das erste Land, das in diese Falle getappt ist. Bis Anfang der 1980er Jahre hatte das südamerikanische Land für seine Bevölkerung einen bemerkenswerten Grad an Lebensstandard erreicht. Das Landwirtschaftssystem war teilweise unter dem Einfluss der Ära Juan Perons diversifiziert, produktiv und wurde nahezu ganz von kleinen bäuerlichen Familienbetrieben bestimmt.
Aufgrund des Anstiegs der Ölpreise etwa um 1970 vergaben die internationalen Banken (federführend die Familie Rockefeller) an Länder wie Argentinien günstige Kredite. Solange die Zinssätze niedrig blieben konnte die Rückzahlung aus dem Volkseinkommen bedient werden. Als die Federal Reserve Bank 1979 den Leitzins um fast 300 Prozent anhob hatten sich Länder wie Argentinien in der Schuldenfalle verfangen. In der Folge, und das spielte sich in wenigen Jahren ab, hatten große Konzerne wie Monsanto die Flächen in Argentinien aufgekauft, dort genmanipulierten Mais angebaut, Wälder gerodet um noch mehr anbauen zu können und den Kleinbauern die Lebensgrundlage entzogen. Armut kehrte ein in Argentinien. Herkömmliche Pflanzen wachsen nicht mehr, weil die Spritzmittel für den genmanipulierten Mais jede andere Pflanze verkommen lassen.
Doch dieses südamerikanische Land ist absolut kein Einzelfall. Die riesigen Konzerne wollen Patente auf ihre genmanipulierten Pflanzen haben um dann den Weltmarkt zu bestimmen. Und dass sich dies nicht auf Amerika beschränkt, dass zeigte das europäische Patentamt, das eine besonders ertragreiche Sorte Sonnenblumen für Spanien patentieren ließ.
Saat der Zerstörung von F.William Engdahl
Dieses Buch ist ein Muss für alle Politiker und Landwirte
