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Sind als nächstes die Renten dran?

Kommentar

Den Bedürfnissen anpassen

Den Bedürfnissen anpassen

Die Osterferien sind vorüber und somit ist es bis zum Schulschluss auch nicht mehr weit. Für Tausende wird sich in den nächsten Wochen und Monaten die Frage nach Schule oder Beruf stellen. Eine Entscheidung die Weitblick verlangt, schließlich soll die Ausbildung eine Richtlinie für die kommenden Jahrzehnte werden. Da es heute praktisch keine Arbeitnehmer mehr gibt, die vom ersten bis zum letzten Arbeitstag in ein und derselben Firma arbeiten, ist Flexibilität in der Ausbildung gefragt. Es gibt kaum mehr eine Arbeit, die nicht maschinell unterstützt ist. Schüler, die vor etlichen Jahren den schulischen Anforderungen nicht nachkommen wollten oder konnten, wurden angelernte Hilfskräfte. Solche gibt es jedoch nur mehr in den wenigsten Sparten. Das Ergebnis ist, dass manche ganz leicht eine Lehrstelle bekommen, andere monatelang suchen müssen und letztendlich in einem „Beschäftigungsprogramm“ landen.
Im Zusammenhang mit der Pisa-Studie wird immer wieder Finnland genannt. Die Schüler dort liegen mit ihren Leistungen klar vorne. Viele fragen sich warum das so ist. Nun – es gibt klare Antworten dafür. Doch diese will man nicht unbedingt an die große Glocke hängen, denn man müsste einiges ändern am Schulsystem in Österreich. Vor kurzem weilte wieder eine Delegation der finnischen Partnerstadt von St. Johann in Tirol. Mit dabei waren auch zwei Schulexperten und die gaben einen klaren Überblick über das dortige System, über das Verhältnis von Schule und Wirtschaft. Im nächsten Koasaboten werden Sie, liebe Leser, einen kleinen Einblick darüber bekommen.
Und weil ich schon von der Flexibilität geschrieben habe. Da gibt es noch eine Sache, die mir schon seit langem zu denken gibt. Junge Leute werden heute laufend angehalten mobil zu sein. Im Beruf natürlich. Es wird also von ihnen erwartet, dass sie heute in Tirol arbeiten, wenn es jedoch die wirtschaftliche Lage verlangt, sie in einen anderen Teil Österreichs ziehen oder auch ins Ausland. Im krassen Gegensatz dazu steht jedoch die Wohnungssituation in Österreich. Die Tradition verpflichtet geradewegs dazu, sich, wenn schon kein Haus, so doch zumindest eine Wohnung zu kaufen. Somit ist es mit der Flexibilität vorbei und Mietwohnungen werden auch heute in vielen Gemeinden gar nicht gerne gebaut. Man fürchtet sich vor ständigem Wechsel, der Unruhe in das dörfliche Geschehen bringen könnte. Mieter werden vielfach noch als Bewohner zweiter Kategorie gesehen.
Solange wir Verbraucher jedoch darauf erpicht sind, dass wir alles so billig wie möglich bekommen, wird sich das wirtschaftliche Gefüge ständig ändern und damit auch die angebotenen Arbeitsplätze. Der Facharbeiter ist heute hier bei uns gefragt und soll während dieser Zeit auch die Möglichkeit haben entsprechend zu wohnen ohne sich gleich auf Dauer binden zu müssen. Oder die Form des Grundkaufes und –verkaufes wird entsprechend den heutigen Bedürfnissen angepasst. So, wie eben auch im Schulsystem einiges der Zeit angepasst werden sollte.