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Saat der Zerstörung

Wohl bekomm's

Sind als nächstes die Renten dran?

Bei manchen Vorschlägen unserer Regierungsmitglieder fragt man sich wirklich, ob sie schon in einer Traumwelt leben und was ihre Vorschläge mit der Realität noch zu tun haben. Der Mutter-Kind-Pass, der nun bis zum 18. Lebensjahr ausgedehnt werden soll, das ist etwas, das mein Blut zum Wallen bringt. Der Ansatz dazu ist ja nicht schlecht – nämlich, dass man die Jugendlichen rechtzeitig wegen Übergewicht, Computer-Suchtverhalten oder Misshandlungen „behandeln“ bzw. beraten werden. Aber dafür, so denke ich, gibt es eigentlich bereits bestehende Institutionen, da bräuchte es eine Ausweitung des Mutter-Kind-Passes nicht. Die schulärztlichen Untersuchungen könnten das wohl übernehmen. Aber, beim Mutter-Kind-Pass, da lassen sich mehrere Fliegen mit einer Klappe fangen. Man kann einerseits Geld einsparen und andererseits die breite Masse dorthin treiben, wo man sie haben will.
Bis vor rund 25 Jahren gab es ja die Geburtenbeihilfe, die jede Familie bekam, sobald ein Kind geboren wurde. Dann allerdings wurde der Mutter-Kind-Pass eingeführt. Die Familien, die Mütter, sind seither gezwungen, verschiedene Arzttermine einzuhalten, die Kinder impfen zu lassen, weil es ansonsten diese Geburtenbeihilfe, die auf mehrere Auszahlungstermine aufgeteilt ist, nicht zugeteilt wird.
Eltern, die ihre Kinder aus welchen Gründen auch immer, nicht impfen lassen wollen, bekommen dann das vorgesehene Geld nicht. Ich war persönlich Leidtragende dieses Systems, weil ich meinen Sohn nicht alles impfen ließ, was so vorgesehen ist. Nun gehen die Ideen des Gesetzgebers allerdings so weit, dass man den Eltern die Kinderbeihilfe streichen will, wenn sich die Jugendlichen nicht an die vorgesehenen Arzttermine halten. Das ist doch eine Bevormundung, wie es ärger gar nicht geht. Denn wer weiß, was den Verantwortlichen im Laufe der Jahre dann noch einfällt, was getan werden muss, um die Kinderbeihilfe im vollen Umfang zu erhalten.
Davon abgesehen, billigt man unseren Jugendlichen mit 16 Jahren das Recht zu, als demokratischer Bürger an den Wahlen teilzunehmen. Aber bis zum Alter von 18 Jahren will man ihnen vorschreiben, dass sie jährlich bestimmte Kriterien erfüllen müssen, weil man sie selbst noch nicht für mündig genug hält, um für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen zu sorgen.
Das nächste sind dann wahrscheinlich die Rentner, die sich regelmäßigen Untersuchungen unterziehen müssen. Wenn sie noch wagen zu rauchen, wenn sie ihre Feierabende mit einem Bierchen verfeinern und wenn sie sich nicht regelmäßig der Zecken- und Grippeimpfung unterziehen oder zur wöchentlich Gymnastikgruppe gehen, dann drohen ihnen wahrscheinlich Kürzungen bei den Renten.
Ich denke, dass man die Menschen schon noch Menschen sein lassen sollte. Mit ihren Eigenheiten, mit ihren Fehlern und mit ihrer Selbstverantwortung. Ich persönlich zahle jährlich etliche Tausend Euro an die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft. Dank guter Gesundheit brauche ich im Jahr meist etwa 100 Euro an ärztlicher Gegenleistung. Das Subsidiaritätsprinzip besagt in Österreich, dass jeder versorgt wird. Das ist auch in Ordnung so. Aber wenn es so weiter geht, wie derzeit die Ansinnen der Regierungsmitglieder sind, dann kann ich in wenigen Jahren nicht mehr darüber entscheiden, wie ich mich ernähre, was ich für mich für richtig oder falsch halte, sondern muss mich einem allgemeinen Zwang unterwerfen. Sofern ich nicht bis an mein Lebensende arbeiten und Geld verdienen möchte.
Natürlich gibt es auch Nutznießer von solchen Politikeransinnen. Denn von allein kämen wohl die wenigsten Abgeordneten auf solch widersinnige Ideen.