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Der Schulschluss naht

Förderungen beleben die Wirtschaft

Elektrisch den Berg hinauf

Das Radfahren ist seit einigen Jahren wieder in. Bisher hieß es fleißig treten, wer mit dem Zweirad vorwärts kommen wollte. Doch seit einigen Monaten erfolgt ein regelrechter Boom beim Umsatz der elektrounterstützten Fahrräder. Es hört sich ja ganz gut an, dass man mit dem Fahrrad keine Abgase in die Luft bläst, doch ganz so unbedenklich sind die Dinger keinesfalls. Sie haben halt keinen Verbrennungsmotor, so wie ein Moped, und demzufolge verursachen sie keine Schadstoffe beim Fahren und auch keinen Lärm. Offensichtlich nimmt man nur diese zwei Komponenten wahr. Tatsache ist aber, dass diese Fahrräder den Energieverbrauch steigern. Denn auch Leute die sich bisher mit einem normalen Fahrrad abgeplagt haben, steigen nun um auf ein energieunterstütztes Rad – weil man sich halt nicht so anstrengen braucht. Und somit steigt der Stromverbrauch. Doch darüber sieht man gefließentlich hinweg. Es scheint fast so, also würden Autofahrer auf das Elektrorad umsteigen und sieht das ganze nur positiv.
Der Einsatz von Elektrorädern und –autos wirft für mich die Frage auf, woher der zusätzliche Strom letztendlich kommen soll. Die Politik zeigt vorbildhaft Komunen, die auf Elektrofahrzeuge setzen. Ganz so, als ob damit alle Umweltprobleme aus dem Weg geräumt wären. Doch dem ist lange nicht so. Die CO2 Werte werden auf Dauer sicherlich damit gesenkt und es braucht auch nicht mehr so viel Öl importiert werden. Aber was ist der Preis dafür? Schon heute gibt es Proteste dagegen, dass weitere Wasserkraftwerke errichtet werden. Gegen die Atomkraft hat sich Österreich ohnehin schon einmal ausgesprochen. Doch wo soll der vermehrte Strombedarf in Zukunft herkommen? Schon jetzt muss Atomstrom, gegen den wir uns ja alle so sehr zur Wehr setzen, importiert werden, um die Stromspitzen abzudecken. Aber ganz nach dem Prinzip „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ nimmt man halt die Dinge in Kauf ohne sie genauer zu hinterfragen. Die Politik nimmt die Elektrofahrzeuge dankend an, weil sie damit eine Möglichkeit sehen, dem geforderten Kyoto-Ziel einen Schritt näher zu kommen und die Elektrizitätsgesellschaften sehen darin wohl die Steigerung ihres Umsatzes. Was danach kommt, darüber will man heute lieber noch nicht reden. Aber, dass es weitere Kraftwerke in Tirol sein müssen, das steht für mich fest. Oder vielleicht wird in ein paar Jahren dann auch in Österreich wieder die Frage um die Produktion von Atomstrom gestellt. Aber wen interessiert schon heute was in ein paar Jahren sein wird? Da kann man dann immer noch auf die Politiker schimpfen, weil sie keine brauchbaren Lösungen parat haben.
Ich jedenfalls, sehe die Sinnhaftigkeit von Elektrorädern nur dann gegeben, wenn ein Auto- oder Mopedfahrer auf ein Elektrorad umsteigt. Wenn jedoch Leute, die bisher zum Wandern in die Berge gegangen sind, diese nun mit einem Elektrorad bezwingen wollen, dann ist es touristisch gesehen zwar ein interessantes Angebot, umweltmässig braucht es aber keinesfalls bejubelt werden. Denn nicht nur, dass es zusätzliche Energie verbraucht, es vermindert einmal mehr die Chance, dass sich Menschen im Urlaub etwas mehr bewegen. Und im Sinne des Sozialbudgets wäre das dringend notwendig.

erschienen im Juli im Koasaboten