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Blaufränkisch

Gesundes Kochen

Das schwarze Gold des Südens

Das schwarze Gold des Südens

Wie überdimensionale orange-gelb-grüne Golfbälle liegen sie in der Landschaft. Nur ein kleiner Teil der Früchte wird verwendet, der Rest verrottet am Feld. Aus den Samenkernen wird jedoch jenes Öl gewonnen, das Feinschmeckergaumen in höchsten Tönen frohlocken lässt – das fein nußige, grün-schwarze Kürbiskernöl.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass zum Herbstbeginn die Frauen auf den Feldern saßen, dort die Kürbisse aufhackten, um die grünen Kerne heraus zu holen. Heute kann sich diese Arbeitsmethode natürlich niemand mehr vorstellen. Wie in vielen anderen Bereichen der Landwirtschaft steht auch dafür kein Personal mehr zur Verfügung. Findige Bauern haben Maschinen entwickelt, die auch diese Arbeit automatisieren. Heute werden nur noch jene Kerne händisch geerntet, die für den Anbau im nächsten Jahr verwendet werden.

Ein Großteil der österreichischen Kürbiskern Ernte kommt aus der südlichen Steiermark, der Gegend rund um Bad Radkersburg. Die Landwirtschaft dort hat sich in den letzten 30 Jahren gravierend verändert. In Sicheldorf, direkt an der slowenischen Grenze gibt es kein Stück Rind mehr. Die Bauern erhalten teilweise sogar Ausgleichszahlungen dafür, dass sie ihr Land brach liegen lassen. Von den Kühen wechselten viele zu den Schweinen, doch mittlerweile ist auch für das Schweinefleisch so sehr gefallen, dass die Mästung eines Schweines mehr kostet als man beim Verkauf Erlös erzielt. Josef Majzen in Sicheldorf hat die Entwicklung jeweils frühzeitig erkannt, erst hat er sich von den Kühen getrennt, zwei Jahrzehnte später von den Schweinen. Manchmal wurde er dafür belächelt, doch aufgeben will er seine Landwirtschaft keinesfalls. Seit einigen Jahren steht das Kürbiskernöl hoch im Trend und diese Entwicklung will er nun weiter für sich nutzen. Er hat einer uralten Ölmühle neues Leben eingehaucht, denn er will sein eigenes Öl mahlen – Naturbelassen und einzigartig und für Interessierte als Schaumühle, damit der Wert dieses zähfliesenden Naturproduktes nachvollzogen werden kann.
Not macht bekanntlich erfinderisch und für einen Bauern besteht höchste Notlage, wenn sich der Absatz seiner Produkte immer schwieriger gestaltet. Das Kürbiskernöl kannten bereits die Urahnen der heutigen Bauern. Auf einfache Weise und primitiv anmutenden Mitteln wurde das Öl gewonnen. Dann kam jedoch die Zeit der Genossenschaften. Jeder brachte seine Kerne zum Trocknen, zum Rösten und zum Pressen in eine Gemeinschaftsanlage. Jeder bekam demnach auch das gleiche Öl. Doch so wie überall heute ist auch bei der Kernölgewinnung Individualität angesagt um am Markt bestehen zu können.
Zusammen mit seinem technisch begabten Nachbarn Kurt Jantschgi, der lange Jahre Betriebsleiter in der Häringer Weberei in Bad Häring war, hat Josef Majezan eine alte, verrostete Mühle in Stand gesetzt. Monatelang wurde getüftelt und der alte Schweinestall in moderne und den hygienischen und technischen Vorschriften entsprechende Räumlichkeiten umgebaut. Die Investitionen waren enorm und werden sich erst in etlichen Jahren rechnen. Es gibt jedoch genügend Pläne dafür wie die Anlage genützt werden kann und vor allem sind Majezan und Jantschgi mit Enthusiasmus bei der Arbeit.



Die Kürbise werden am Feld in Reihen aufgelegt

Von der Erntemaschine werden sie aufgespießt

Der Kürbis wird zerhackt und die Kerne herausgelös

Tonnenweise Kürbiskerne

Die getrockneten Kerne werden zermalen

Die zermalenen Kerne werden geröstet

Der geröstete Brei wird gepresst