Ab unter die Erde!


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Ein erschütternder Abend

Es ist ein Montag, so wie es viele vor ihm waren. Vormittags etwas hektisch, nachmittags mit ruhiger Arbeit und dann wollte ich eigentlich den Computer ausschalten und auf dem Heimtrainer noch ein paar Kilometer strampeln. Daraus wird nun wohl nichts mehr. Zu tiefst erschüttert sitze ich nun da und versuche mein Unverständnis wenigstens irgendwie zu verarbeiten und meine Tränen zum Versiegen zu bringen.

Ich wollte mir noch kurz was im Internet ansehen und bin dabei über ein Video gestolpert: eine riesige Grube und darin sind unzählige Schweine. Die Kamera schwenkt an den Grubenrand und dort stehen zwei Lastwagen – beladen mit Schweinen. Einzeln werden sie aus dem Lastwagen gedrängt und fallen dann zu den anderen in die Grube – einige Meter tief. Geschockt starre ich auf die Bilder – noch immer verstehe ich nicht, was da geschieht. Dann die Erklärung: die Schweine waren für den Export bestimmt, da sie jedoch pestizidverseucht sind, kann man sie nicht ausliefern und so werden sie vernichtet! Sie werden in die Grube getrieben und dann lebend begraben!

Ich fasse es einfach nicht, mir ist schlecht und ich fühle mich so machtlos. Nun könnte ich sagen, was interessiert es mich, was in China vor sich geht. Aber ich kann das nicht einfach beiseite schieben. Gezüchtet, wahrscheinlich unter schrecklichsten Bedingungen und dann vernichtet, weil sie von dem, was sie zu fressen bekommen haben, auch noch vergiftet wurden. Als Nahrung für den Menschen nicht mehr zulässig. Weg damit! Ab unter die Erde, wo man sie nicht mehr sieht.

Was müssen das für Menschen sein, die so mit Tieren umgehen, die keinen Respekt haben vor anderen Lebewesen. Wer schafft so was an, wer führt so eine Handlung aus? Dieser Tag, den ich vor wenigen Minuten noch zufrieden abschließen wollte, hat mich nun noch einmal richtig durchgerüttelt. Noch weiß ich nicht, wie ich diese Bilder für mich verarbeiten kann. Irgendwie habe ich das Verlangen mich zu entschuldigen. Bei allen geschundenen Kreaturen auf dieser Welt, die durch eine Spezies, die glaubt über allen Dingen zu stehen, solches Leid erfahren muss.

Nein, ich wünsche mir keine Rache. Ich wünsche mir, dass jeder, der damit zu tun hatte, von einem kleinen Schwein heimgesucht wird, dass sich ganz tief in deren Herzen verankert, sodass der Augenblick kommt, an dem sie erkennen und bereuen und sich dafür einsetzen, dass sich solche Handlungen nicht ständig wiederholen. Darum bitte ich von ganzen Herzen.