Bis umgefärbt ist, geht gar nichts mehr!


Share This:

 

Neuwahl zu schreien ist einfach! Aber sind sich die Handelnden und die Wähler eigentlich bewusst, was das bedeutet?

Wenn die Parteien nicht mehr „miteinander können“, dann klingt das irgendwie lapidar. Naja, suchen sie sich halt einen neuen Partner zum Regieren. Doch wenn aus rot nun schwarz-türkis wird, dann hat das Auswirkungen auf die gesamte Beamtenschaft. Es ist gerade einmal zehn Jahre her, dass das Verteidigungsministerium von schwarz und zuvor blau, auf rot umgefärbt wurde. Ähnlich verhielt es sich in anderen Ministerien. Nicht nur, dass andere Ansichten und Pläne aufbereitet und umgesetzt werden. Zuerst brauchen die Minister ein Team um sich, das dem gleichen Parteibuch angehört. Die Ressortchefs suchen dann natürlich auch nach Gleichgesinnten und so wird mit so einen „Wir können nicht mehr miteinander“ eine Kettenreaktion ausgelöst, die vorerst einmal Stillstand für einige Monate mit sich zieht. Die höheren Beamten müssen zittern, ob sie nicht ins Abseits gestellt werden und von einem Moment auf den anderen der Untergebene das Sagen hat, weil er zufällig das richtige Parteibuch aus der Tasche ziehen kann. Da geht es dann nicht mehr um Können, die Posten werden nach Farben vergeben.

 

Parteisystem lähmt

Es geht in der Verwaltung nichts weiter! Das ist derzeit in Österreich der Fall und in Deutschland wird es wohl ähnlich sein. Dem derzeitigen Verteidigungsminister wurden Fähigkeiten anerkannt, auch von Andersfärbigen. Dass er seinen Job weiterhin machen darf ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Schade!

Das Parteiensystem lähmt die Verwaltung. Die höheren Beamten können nicht einfach nur ihre Arbeit erledigen. Sie müssen auch auf ihre eigene Reputation schauen, denn bei einer Regierungsumfärbung braucht man was vorzuweisen, was die eigene Kompetenz stärkt um nicht sofort im „Null-Order-Kammerl“ abgesetzt zu werden.

 

Bitte warten!

Bis Weihnachten, so kann man sich vorstellen, könnte man sich zusammengerauft haben. Das hoffe ich schon sehr, meine Damen und Herren in den Verhandlungsteams, denn jeder Tag, an dem man nicht recht weiß, wie es weitergehen wird, bedeutet Stillstand in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Pläne und Beschlüsse werden nicht mehr umgesetzt, Posten nicht nachbesetzt und Investitionen nicht getätigt.

 

Weg mit dem Clubzwang

Wünschen würde ich mir, dass die Besten für Österreich arbeiten und nicht diejenigen, die parteipolitisch ins System passen. Ob Gemeinde oder Nationalrat – es geht um Themen und jeder der Räte soll seine Meinung dazu abgeben und nicht die der Partei.

 

Brigitte Eberharter, Freie Journalistin

www.be-medien.com