Für das Schwein freiwillig 1,50 Euro pro Kilo


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Schnitzel

Ein Grazer Metzger hat sich bereit erklärt, freiwillig mehr zu bezahlen. Der Schweinepreis-Index liegt derzeit bei rund 1,20 Euro pro Kilo – wer jedoch die Regionalmarke Vulkanlandschwein anbietet, bekommt von diesem Metzger 1,50 Euro. Grundsätzlich eine noble Sache, wenn jemand mehr zahlt als den Mindestpreis.

96,- Euro bekommt also ein Bauer für ein Schwein, wenn er es mit einem Gewicht von 80 Kilo zum Schlachter liefert. 96,- Euro, damit er es drei Monate füttert, dass er eine Stallfläche (auch wenn diese sehr klein ist) für dieses Tier bereit hält, dass er den Tierarzt zahlt, weil ohne geht es ja bei der Turboproduktion fast nicht mehr.

Eine Facharbeiterstunde wird wohl um die 50 Euro kosten, der Bauer jedoch bekommt 96,- Euro für ein Schwein. Wenn er das Futter und die Arbeit gegenrechnet, dann ist es besser, er lässt diese Arbeit bleiben. Dann lohnt es sich tatsächlich nur mehr, wenn man Jahr für Jahr tausende von Schweinen zum Schlachthof fahren kann.

In Niederösterreich hat man sich Besonderes einfallen lassen, damit mehr heimische Schweine in Turbozeit gemästet und dann als Billigschnitzel auf den Tellern landen. Dort bekommen jene Gastronomen, die nachweisen, dass sie heimisches Fleisch kaufen, bis zu 200,- Euro rückvergütet.

Für den Bauern heißt es, dass er mehrere Schweine züchten kann, dabei zwar nichts verdient, aber zumindest beschäftigt ist. Das ist doch verrückt! Natürlich muss er dazu das billigste Futter verwenden, wie soll er es sonst bezahlen? Und das billigste Futter bedeutet auch kranke Tiere, die mit irgendwelchen Stoffen zum Fressen animiert werden und das möglichst den ganzen Tag, damit sie so rasch wie möglich ihr Zielgewicht erreichen und abgeschlachtet werden können.

Mahlzeit beim täglichen Schnitzel!

Und da mir in letzter Zeit die kuriosesten Dinge untergekommen sind, erwähne ich vorsichtshalber auch noch, dass ein Schwein nicht nur aus Schnitzel besteht. Fleischkäse, Wurst, Schweinebraten, Faschiertes werden ebenfalls aus Schweinefleisch gemacht – Mahlzeit!

Vor wenigen Jahrzehnten gab es den Sonntagsbraten und während der Woche ernährte man sich vorwiegend fleischlos. Heute hängen die Schnitzel über den Tellerrand, der Fleischkäse ist dicker als die Semmel die Fleischportionen größer als die Beilage. Und mit Steuergeldern werden diese Turboschweine gezüchtet, damit jeder sein tägliches Stück Fleisch am Teller hat, welches ihn dann auf Dauer krank macht.

Nein, wir brauchen über die Verschwendung von Steuergeldern nicht klagen. Jeder trägt mit seinem Konsumverhalten dazu bei!