Wie aus dem Minus des Lebens ein Plus wird

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Gespräch mit Gott – 3

 

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Wie aus dem Minus des Lebens ein Plus wird

 

Als Kind hat man meist Träume – vom Leben als Prinzessin, als Mutter mit glücklichen Kindern, einem liebevollen Partner und dergleichen – und dann ist da das Leben! Mit all seinen Höhen und Tiefen, mit den Glückseligkeiten und mit den Tagen, an denen man glaubt unterzugehen.

Als Minus des Lebens bezeichne ich jene Lebensabschnitte, an denen der Himmel nur mehr wolkenverhangen und grau erscheint. Asterix würde die Tage als jene bezeichnen, an denen einem der Himmel auf den Kopf fällt – laut Galliern ist das die Zeit, vor der man sich am meisten fürchten muss.

Minustage – Strichtage – Tage, die man am liebsten streichen würde. Schon die Wissenschaft sagt: Minus und Minus ergibt Plus

Ein Strich – und ein weiterer Strich I ergeben ein +

Doch gerade dieser weitere Strich ist das Problem. Im Volksmund spricht man von einem Stehaufmännchen. Wenn man daliegt, so wie ein Strich oder eben ein Minus, dann heißt es nicht nur aufstehen, meist muss man noch ein Stufe tiefer, den ganzen Mist unter dem Minus durchwühlen, schauen, was weg muss und was neu geordnet werden muss und dann kann man wirklich aufstehen und damit den senkrechten Strich zum Plus ausführen.

 

Hilfreiches in solchen Minuszeiten:

  • gute Freunde oder zumindest eine Person, der man sich anvertrauen kann, die Zuspruch gibt
  • ein gutes Buch – von denen man am besten auf Vorrat einige daheim hat
  • den Glauben an Gott, an das Universum, an eine bessere Zeit oder an eine Aufgabe, die man zu erfüllen hat

Viele suchen zu diesen Zeiten den Kontakt mit Gott oder wie immer man diese Instanz für sich nennen will. Die Zwiesprache mit dem Göttlichen, das jedem Menschen inne wohnt, kann dabei durchaus aufbrausend sein.

 

„Lieber Gott, hast du eigentlich eine Ahnung davon, wie es ist, wenn man flach hinfällt, wenn man keine Ahnung mehr hat, wie das Leben vor einem weitere gehen sollte? Du hast drei Tage gelitten, ja, ich weiß, vorher musstest du in der Wüste 40 Tage der Versuchung abschwören, dann wurdest gekreuzigt, bist gestorben und am dritten Tag wieder auferstanden. Herrgott, drei Tage sind nichts im Vergleich zu jenen Menschen, die sich monatelang mit einer Krankheit herum quälen, denen die wirtschaftliche Grundlage förmlich entrissen wurde. Ja Herrgott, du hast Recht, sie sind nicht tot, aber das kommt dem Tod schon sehr nahe, wenn man nicht mehr ein und aus weiß.

Wieso hast du eigentlich gewusst, dass du sterben und wieder auferstehen wirst? Aha, weil du allwissend bist! Aber Herrgott noch mal, das Göttliche ist doch in jedem Menschen – so oder so ähnlich sagtest du doch mal oder sogar öfter. Aber dann könnten wir Menschen das ja auch wissen. Ha, ha! Da kann ich wirklich nur lachen, wenn du meinst, dass wir das sehr wohl auch wissen würden. Glaubst du wirklich, es macht Vergnügen, sich da wochenlang oder noch länger in den Minustagen herumzuquälen, wenn wir so klar wissen würden, dass es auch rückzuck aufwärts gehen kann? Ja Herrgott, da hast du Recht, bei den Naturvölkern ist das anders. ich hab auch schon gehört, dass etwa Spontanheilungen dort üblich seien. Du meinst, es liegt wirklich daran, dass die glauben und Vertrauen haben? Glauben an dich lieber Gott oder an die eigenen Kräfte, die ja ebenfalls das Göttliche in sich haben und das Vertrauen, dass man geführt wird, wenn man sich dieser Kraft überlässt. Ja, es kann durchaus sein, dass es die Zweifel sind, die uns ständig hin und her reißen. Kaum glaubt man einen Anker erlangt zu haben, schon wird er einem wieder entrissen durch die Meinung anderer oder auch durch eigene negative Gedanken. Der Glaube, woran auch immer, und das Wissen, dass aus dem größten Leid Positives entstehen wird, auch wenn man das nicht sofort erkennt, die könnten die Minustage verkürzen oder schon gar nicht entstehen lassen. Du wirst wohl Recht haben Herrgott, du bist ja allwissend. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass ich auch viel mehr weiß, als ich mir eingestehen will. Wenn ich es nur zulasse – Herrgott, wenn’s nur ein wenig einfacher wäre!“

Copyright: Brigitte Eberharter

Bilder: Maria Echelle Leiter – auf Facebook unter: Marie Echelle